Emotionen

LEUTE, ich sag’s euch: Bei all diesen wunderbaren, einzigartigen und starken Momenten mit unseren Hunden, die so oft tausend Schmetterlinge in meinem Bauch Samba tanzen lassen, müsste ich eigentlich den tollsten Sixpack Landsbergs haben, stattdessen verstehe ich nur allzu gut, weshalb wir unsere Hunde so gern vermenschlichen – nur.. hinter das Geheimnis, was genau und wie genau unsere Hunde das alles mit uns machen, bin ich noch nicht gekommen!

Morgenritual

Ein neuer Tag beginnt. Während Bosse im Erdgeschoss auf seine Begrüßung geduldig wartet, saust Donka nach oben zu mir ins Bad. Sie tanzt vor mir herum und schnuppert nach meinem Mund. Ich graule mit beiden Händen das Fell an ihren Ohransätzen und hauche ihr ein Küsschen auf ihren hübschen Kopf, der nun auf meinen Unterarmen ruht. Donka blinzelt und beginnt, meine nackten Unterarme abzulecken und in typischer Donkamanier bleibt ihre weiche, warme Zunge dabei für Sekunden an meiner Haut „kleben“ – der erste Hund-Mensch-Hochgenuss für diesen Tag. Nach mehrfacher Wiederholung dieses „Ich häng‘ an dir“ und reichlich Streicheleinheiten spurten wir zwei ins Erdgeschoss, wo Papa Bosse und das Frühstück warten…

Herzschlag

Beim zweiten Hund wird manches anders: Während ich mich für die Schmusezeit mit Bosse zu ihm auf den Boden setze oder lege, darf unsere Donka-Maus zu mir auf den Stressless-Sessel und wir zwei Mädels genießen die Verbundenheit.
Meine Schöne liegt dann völlig ausgestreckt, seitlich auf mir. Ich spüre ihren Kopf unter meinem Kinn, höre ihren gleichmäßig sanften Atem und fühle ihren wunderbar warmen Körper, den meine Hände federleicht kraulen. Wir zwei schließen die Augen und schlummern vollkommen entspannt vor uns hin. Da bemerke ich Donkas Herzschlag in meiner Magengegend – ruhig, regelmäßig und doch beharrlich pulsierend. Meine Erinnerung wandert in die Zeit, in der ich die ersten Bewegungen meines in mir heranwachsenden Kindes als kleine Pulsschläge wahrgenommen habe. Wohlige Wärme fließt zwischen Donka und mir.

Umarmung

Mein Bosse sitzt stolz und voll Erwartung vor mir. Unsere Blicke treffen sich wie zufällig. Rangbewusst schaust du zur Seite. Langsam gleite ich – nur einen Hauch von dir entfernt – in die Hocke, setze mich auf meine Waden und halte deinen dunklen Kopf ganz sanft in meinen Händen. Deine leicht mandelförmigen Augen locken mich wie braun-karamellisierte Bonbons. Dein schwarzes Teddybär-Schwämmchen springt mich förmlich an. Ich rutsche näher an dich und neige dein feines Gesicht vorsichtig etwas tiefer. Du legst, ahnend, was jetzt gleich kommen mag, deine weichen Öhrchen seitlich an den Kopf. Und schon schiebt sich meine Menschen­nase in das kurze Fell an deiner Stirn und nimmt die erste tiefe Brise Elo-Parfum in sich auf. Als könne sie nicht genug davon bekommen, sucht meine Nase nun ihren Weg zu dem langen Fell in deinem Nacken. Mit Hochgenuss sauge ich die ganze Hundewelt in mich hinein, atme tief und ruhig, unsagbar dankbar für diesen betörenden Augenblick… Da tasten sich meine kleinen Menschenhände, mit jeder einzelnen Pore spürend, ganz langsam vor zu deiner wunderbaren „Mähne“. Tief und tiefer vergraben sich meine Finger in diese unendlich scheinende Fülle. Sie halten sich fest, schütteln dich ganz sanft, um schließlich in ein angenehmes Graulen überzugehen. Du schließt deine schönen Augen. In kleinen, kreisenden Bewegungen massieren dich meine Finger, zupfen an dir und verharren in deiner Tiefe. Um uns Stille… Eine kleine, vorsichtige Bewegung holt mich sanft aus dem Zauber dieser herrlichen Umarmung. Sie sagt: „Hey, ich bin auch noch da!“ Da greife ich in meine Tasche und gebe dir gedanken­verloren deinen wohlverdienten Lieblings-Knabberkeks. Mit einem kleinen Klaps und einem gehauchten „Lauf“ gebe ich dich frei, unsagbar dankbar für diesen Moment, den du mir gütig geschenkt und geduldig ertragen hast.

Ein Wolf im Garten

Wir leben oben am Berg, außerhalb der im Osten vom Bayertor und der alten Stadtmauer abgegrenzten, wunderschönen Altstadt Landsbergs mit ihrem Lech und ihren Kirchen. Und wenn der Wind den melodischen Klang der Kirchenglocken von der Stadtmitte zu uns auf den Berg trägt, erwacht ein Wolf in unserem Garten zum Leben.
Langes schwarz-braunes Fell mit weißen Flecken flattert wie bunte Tücher im Wind, wolfsähnlich streckt unser Bosse seinen Hals, legt seinen Kopf in den Nacken, spitzt die Ohren, schließt seine hübschen Augen und öffnet sein Maul, um mit einem kräftigen und einzigartig schönen Wolfsgeheul den Glocken zu antworten – Ah hu hu hu huuu huuuh – Ah hu hu hu huuu huuuh – minutenlanges, melodiöses Geheul, das schließlich in einem dumpfen Ah hu wu wu ein stotterndes Ende findet.
Bosse und Donka im hohen Gras
Bosse und Donka am Ammersee
Bosse und Donka am Ammersee

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